Dienstag, 28. Januar 2014

Bauernregeln….blödsinn oder Volksweisheit?



Ich habe bisher immer das große Glück gehabt „alte Bauern“ beratend an meiner Seite zu haben. Die Herren sind glaube ich auch ganz froh wenn sie der Kleinen hier was beibringen können, zumindest wirkt das so :)  Heu wird bei mir zum Beispiel grundsätzlich erst nach Absprache mit meinem „alten Knetzger“ gemacht. Nicht nur, dass er das Wetter relativ gut einschätzen kann, nein, mir gefällt es einfach wenn der Gute seine Bauernregeln auspackt und mir erklärt, wieso ich nicht gleich jetzt damit anfangen soll. Auch von anderen Bauern habe ich mittlerweile gelernt dass sie sich an den Bauernregeln,  Mondphasen etc. halten. Ich finde diese Sache wirklich faszinierend und da ich mich noch mehr mit dem Thema Landwirtschaft beschäftigen möchte, habe ich mir  vorgenommen regelmäßig einige dieser Regeln hier zu bloggen. Allerdings beruhen sich diese Weisheiten meistens auf regionale Erfahrungen. Aus diesem Grund darf man sich also nicht wundern wenn es zu einem Lostag mehrere Regeln gibt die sich zum Teil sogar widersprechen. Für diesen Blog habe ich mir jetzt welche ausgesucht die mir den Eindruck machen, relativ allgemein zu sein.

Noch eine kleine Info zu dem Thema: Bauernregeln sind von Bauern gesammelte Beobachtungen die meist über Generationen weitergegeben worden sind. Sie dienen in der Landwirtschaft als Anhaltspunkte für anstehende Tätigkeiten.  Ganz viele dieser Weisheiten reichen sehr weit in die Vergangenheit zurück und sind älter als die Gregorianische Kalenderreform von 1582. Damals beschloss nämlich Papst Gregor XIII zehn Tage einfach auszulassen. Um die Ungenauigkeiten des Julianischen Kalenders, der im Bezug zum astronomischen Sonnenjahr entstanden war, auszugleichen, verschob sich damit nicht nur der Kalender wieder zum Sonnenkalender zurück, sondern es wanderten auch alle Heiligengedenktage um zehn Tage nach hinten. Sprich, bei Aussagen über die Witterung sollte man zum Lostag zehn Tage hinzuzählen. Die Regeln der Eisheiligen sind ein gutes Beispiel:

Bauernregel für den 13. Mai:
„Nach Servaz findet der Frost kein Platz“ 

Bauernregel für den 15. Mai
„Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist“

Auch wenn es diese zwei Regeln gibt kommen nach dem 15. Mai noch ein paar Frosttage auf und zu. Bei der Entstehung dieser Bauernweisheit lag nämlich der Tag  des Servatius im Sonnenjahr etwa zehn Tage später. Wer also empfindliche Pflanzen nun nach außen bringen möchte oder Schutzfolien etc. entfernen will, sollte immer die „10 Tage unterschied“ im Kopf behalten. Das ist meiner Meinung nach auch der Grund wieso viele Menschen immer behaupten dass die Regeln blödsinn sind. Klar...ohne diese Info und Berücksichtigung haut das Eine oder Andere wirklich nicht hin.

So, aber genug geschrieben. Wer aber jetzt hofft, die heutige Bauernregel zu erfahren, den muss ich enttäuschen. Der 28. Januar ist leider kein Lostag und somit gibt es auch keine Regel. Äääätsch! :)

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